Ausserirdische

über Außerirdische, UFOs und Co.

kostenlos Registrieren  | Durchsuchen  | Letzte Beiträge

Außerirdische.de > Sonstiges > Gesellschaft & Politik >

Die Zeitgeistbewegung Deutschland

Antwort
 
Themen-Optionen
Alt 16.09.2017, 11:39   #1
Alexis
 
Dabei seit: 24.05.2010
Beiträge: 1.908
Standard Die Zeitgeistbewegung Deutschland

So manches Menschen liebste Tätigkeit scheint die Beschäftigung mit Symptomen zu sein.
Es existieren so viele unterschiedliche Symptome, dass es schier unmöglich ist, sich mit allen gleichzeitig zu befassen. Manche Menschen versuchen das aber, oder versuchen den Anschein zu erwecken, dass sie es schaffen könnten.
Am Ende bleibt es aber beim Versuchen.

Wenn etwas schlecht ist und anders werden soll, dann nützt es nichts, andauernd nur darüber zu reden, dass es schlecht ist und anders werden soll.

Es gibt Menschen, die möchten nichts ändern. Sie scheinen völlig zufrieden zu sein, mit dem wie es ist und möchten es so lassen.
Diese Menschen haben das Gesamtbild vielleicht aus den Augen verloren oder es einfach aus ihrem Denken ausgeblendet.
Diese Menschen kennen das Gesamtbild vielleicht ganz genau und behalten es ständig in ihrem Denken.
Sie haben alles was sie wollen. Außer vielleicht völlige Gesundheit und ein ewiges Leben.
Dass das sehr wenige Menschen sind, ist nun wieder nur ein Symptom.
Mit Geld kann man alles kaufen was es gibt.

Entscheidend wichtig ist die Ursache, warum etwas schlecht ist.
Hat man diese Ursache klar definiert, dann ist der erste Schritt für eine mögliche Änderung getan.
Menschen können sich zusammensetzen und Meinungen austauschen, Vorschläge präsentieren und darüber diskutieren, wie diese Ursache abgeschafft werden kann.
Damit ändert sich aber noch gar nichts.
Erst wenn der einstimmige Wille da ist, die Ursache auch wirklich abzuschaffen, ist die Grundlage für die Tat vorhanden.
Ganz nüchtern betrachtet ist die soziale Ungleichheit die einzige und wahre Ursache.
Gründe und Beispiele dafür fallen jedem Menschen ein.
Jeder Mensch hat die Möglichkeit darüber nachzudenken. Die Einen kommen eher darauf, dass das so ist, Manche später.

Um allen Menschen auf dieser Erde ein schönes Leben zu bereiten ist es notwendig, allen Menschen zu zeigen, wie das geht.

Das sind Sinn und Anliegen der Zeitgeist – Bewegung.

Wer nun Interesse daran hat, zu erfahren wie das geht, der schaue sich diesen Film an:

https://www.youtube.com/watch?v=Rer1dKvll9s

Es sind ca. 160min und jede Minute ist wichtig.

Es geht nicht darum, wer diesen Film gemacht hat, oder warum er gemacht wurde. Es geht um den Inhalt und dessen kritische Betrachtung.
Ich persönlich bin der Meinung, dass jeder Mensch sich damit wenigstens ein Mal beschäftigen sollte.
Es könnte ja sein, dass es etwas Gutes bewirkt.

Ich bin jedenfalls auf Rückmeldungen gespannt.
Alexis ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.09.2017, 14:50   #2
Mahananda
 
Dabei seit: 30.06.2009
Beiträge: 284
Hallo Alexis,

die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.

Zitat:
Entscheidend wichtig ist die Ursache, warum etwas schlecht ist.
Noch entscheidender ist aber, etwas als "schlecht" zu erkennen und zu definieren, was "schlecht" ist, so dass man begründen kann, warum man etwas als "schlecht" bezeichnet. Es fehlt also zunächst ein begriffliches Fundament, von dem man ausgehen kann. Und da genügt nicht das Abarbeiten an Phänomenen, sondern hier muss man etwas genauer hinschauen.

Nicht jedem, der über wenig Geld verfügt, geht es schlecht. Nicht jedem, dem es schlecht geht, fehlen finanzielle Mittel. Man muss da also genauer differenzieren. Der Begriff "schlecht" ist ebenso wie der Begriff "gut" oder "schön" zu unscharf und erklärungsbedürftig, da man ihn in seiner Gültigkeit auf Kontexte beziehen muss.

Wenn man also damit beginnen möchte, über Ursachen nachzudenken, sollte man zunächst die Kontexte in den Fokus nehmen, innerhalb derer man berechtigterweise davon reden kann, dass etwas "schlecht" ist.

Zitat:
Ganz nüchtern betrachtet ist die soziale Ungleichheit die einzige und wahre Ursache.
Das ist mir zu pauschal und zu generalisierend gedacht - und zudem kapitulierend, denn soziale Gleichheit gibt es nirgends und gab es niemals zu irgendeiner Zeit in irgendeiner Gesellschaft. Der Grund dafür liegt in der Ungleichheit der Menschen, die sich als Ungleichheit in den Chancen und Möglichkeiten der Gemeinschaften, in denen die Menschen leben, Bahn bricht. Darauf zu hoffen, es könne soziale Gleichheit jemals verwirklicht werden, ist utopisch, weil nicht in der Realität einlösbar.

Sinnvoller scheint mir, auf die Abschwächung offensichtlicher Ungerechtigkeiten hinzuarbeiten. Aber auch das ist bereits ein komplexer und langwieriger Prozess, der ständig neu angegangen werden muss, ohne jemals zu einem befriedigenden Endresultat zu kommen. Dabei sind wir hier in den Ländern des Westens noch in einer privilegierten Situation. Jenseits des Mittelmeers sieht es da bekanntlich schon ganz anders aus. Und auf die Innenpolitik dieser Länder haben wir so gut wie keinen Einfluss - was diese sich aus völkerrechtlichen Gründen auch verbitten würden.

Zitat:
Um allen Menschen auf dieser Erde ein schönes Leben zu bereiten ist es notwendig, allen Menschen zu zeigen, wie das geht.
Tja, und wie es die Realität nun mal mit sich bringt, sind nun mal nicht alle Menschen so diszipliniert, dass sie sich mit Wenigem bescheiden möchten, so dass am Ende alle in der Summe mehr haben. Mit anderen Worten: Das sind Idealvorstellungen, die auch aus der Esoterik-Ecke stammen könnten, aber eben nicht praktisch realisierbar sind. Dazu sind die Menschen zu verschieden.

Zitat:
Es geht um den Inhalt und dessen kritische Betrachtung.
Na ja, viele schöne Worte halt, aber wenig Substanz. Das ist wie mit den alljährlichen Hilfsappelen zur Adventszeit, wo auf dem schlechten Gewissen derjenigen herumgeritten wird, die hier relativ gut leben, indem das Elend in anderen Ländern vorgeführt wird, denen man durch Spenden doch so supi helfen könnte. In der Realität verlängert sich jedoch das Elend weiter, so dass man leider sagen muss: Alle Jahre wieder ...

Ich habe kein Patentrezept zur Beseitigung der irdischen Übel parat, aber so etwas wie die Zeitgeist-Bewegung erscheint mir lediglich wie ein moralisches Pflästerchen, um das schlechte Gewissen zu besänftigen, weil man ja wenigstens etwas dagegen unternommen hat - meint man ...

Mahananda ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 20.09.2017, 20:44   #3
Alexis
 
Dabei seit: 24.05.2010
Beiträge: 1.908
Hallo Mahananda,

erst einmal danke schön, dass Du Dich mit meinem Beitrag beschäftigt hast.


Worum es der Zeitgeistbewegung geht, dass siehst Du hier:


[quote]Die Zeitgeist Bewegung ist eine 2008 gegründete Organisation zur Befürwortung von Nachhaltigkeit. Sie betreibt gemeinschaftlichen und bewusstseinsfördernden Aktionismus über ein Netzwerk globaler und regionaler Chapter, Projektteams, jährlichen Veranstaltungen sowie Medien- und Wohltätigkeitsarbeit.

Der grundsätzliche Fokus der Bewegung beinhaltet die Erkenntnis, dass der Großteil der sozialen Probleme, welche die menschliche Spezies aktuell erträgt, nicht das alleinige Ergebnis von institutioneller Korruption, Knappheit, politischen Programmen, einer fehlerhaften Natur des Menschen oder anderen weitläufigen ursächlichen Annahmen sind.

Vielmehr erkennt die Bewegung, dass Probleme wie Armut, Korruption, wirtschaftlicher Zusammenbruch, Obdachlosigkeit, Krieg, Hungersnöte, etc. als Symptome erscheinen, welche aus einer veralteten Gesellschaftsstruktur resultieren. Während zwischenzeitliche Reformen und die Unterstützung der Gemeinschaft zu den Interessen der Bewegung zählen, ist das entscheidende Ziel die Einführung eines neuen sozio-ökonomischen Modells. Dieses basiert auf einer technisch verantwortungsvollen Verwaltung, der Bereitstellung sowie Verteilung der Ressourcen der Erde, durch den Einsatz der wissenschaftlichen Methode des Denkens über Probleme und ihrer optimierten Lösungen.

Dieses Ressourcen-basierte Wirtschaftsmodell wendet – im Gegensatz zur Geldwirtschaft oder Politik – eine direkte, technische Herangehensweise auf die Gesellschaft an. Es geht darum, die Funktionsweise der Gesellschaft durch fortschrittliche und bewährte Methoden der Wissenschaft auf den neuesten Stand zu bringen und dabei die zerstörerischen Konsequenzen und Beschränkungen zurück zu lassen, welche durch unsere derzeitige Struktur von monetärem Austausch, Profiten und Unternehmen motiviert wird.

Die Bewegung ist einem Gedankengang ergeben anstelle von Personen oder Institutionen.

In anderen Worten – durch Forschungserkenntnisse im Gesellschaftsbereich und unser erprobtes Verständnis aus Wissenschaft und Technologie können wir jetzt gesellschaftlich relevante Anwendungen und Lösungen schlussfolgern, welche ungemein wirksamer darin sind, die Bedürfnisse der menschlichen Bevölkerung zu decken.

Diese sind so effektiv, dass es kaum Grund gibt anzunehmen, dass Krieg, Armut, der Großteil der Verbrechen und viele andere Auswirkungen von wirtschaftlicher Knappheit nicht im Laufe der Zeit gelöst werden könnten.

Das Spektrum der aktivistischen und bewusstseinsfördernden Kampagnen der Bewegung reicht von kurzfristig bis langfristig und basiert ausdrücklich auf gewaltfreien Methoden der Kommunikation. Die langfristige Perspektive, welche den Übergang in eine Ressourcen-basierte Wirtschaft darstellt, ist ein dauerhaftes Anliegen. Ebenso ist bewusst, dass Übergangsreformen und eine direkte Unterstützung der Gemeinschaft notwendig sind.

Während Reformen der Geldwirtschaft kein Ziel der Zeitgeist Bewegung sind, könnten sie innerhalb des legislativen Rahmens, und speziell vor dem Hintergrund der Übergangsphase und der temporären Integrität der Gesellschaft, dennoch relevant sein. Gleichermaßen werden Nahrungs- und Kleidungsspenden sowie andere Hilfsprojekte, die bedürftigen Menschen heute helfen, zwar nicht als langfristige Lösung angesehen, jedoch als wertvoll erachtet, solange für das grundsätzliche Ziel Bewusstsein geschaffen wird.

Die Zeitgeist Bewegung hat keine Bindung zu Staaten oder traditionellen politischen Plattformen. Sie sieht die Welt als ein zusammenhängendes System und die menschliche Spezies als eine Familie an. Sie erkennt, dass alle Staaten sich entwaffnen sowie Ressourcen und Ideen miteinander teilen müssen, wenn wir langfristig als Menschheit überleben wollen. In Folge dessen sind die erarbeiteten und befürworteten Lösungen darauf ausgerichtet, allen Menschen auf der Erde zu helfen und nicht nur einer auserwählten Gruppe.[/QUOTE]
(Hervorhebungen durch mich)
Quelle:

https://zeitgeistmovement.de/

Jetzt dürften begriffliche Fundamente und Differenzierungen klarer sein.
Das die ganze Sache absolut rein gar nichts esoterisches an sich hat wird auch klar und klarer, wenn man sich etwas intensiver damit beschäftigt.

Die Menschen bleiben nicht, wie sie sind. Sie werden sich ändern. Dass dies nicht über Nacht geht, ist schon klar und auch nicht außer Frage gestellt.
Eine Änderung im Denken braucht Zeit und gegebenenfalls Anstöße.

Es geht auch nirgends um eine irgendwie geartete Erzeugung eines schlechten Gewissens. Es werden Fakten dargelegt und Lösungen angeboten.
Der Weg ist rein wissenschaftlich und die Tatsache, dass die Ressourcen der Erde begrenzt sind, unbestritten.

Ob die Menschheit irgendwann in der Lage ist, sich dem offensichtlichen zuzuwenden, wage ich lediglich zu hoffen.

Es ist genauso möglich, dass es übel wird, für die Mehrheit, wenn langsam so manches alle wird und kein Ersatz zur Hand ist.

Für was sollte die Zeitgeistbewegung ein moralisches Pflästerchen sein?
Es werden doch keine Entschuldigungen angeboten, sondern klar definierte Auswege.

Ich denke mal, Du hast Dir den Film nicht angeschaut, denn mit Utopie hat das alles absolut nichts zu tun.

(Schade, dass ich Dir keine PN schicken darf.)
Alexis ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.09.2017, 13:45   #4
Mahananda
 
Dabei seit: 30.06.2009
Beiträge: 284
Hallo Alexis,

der Versuch, die gesellschaftliche Entwicklung bewusst zu planen und zu lenken, ist mir aus der Zeit des real existierenden Sozialismus bekannt. Das Scheitern dieses Versuches ebenso. Das Anliegen mag ja durchaus edel sein, aber in der Regel verlaufen solche Unternehmungen entweder in die Bedeutungslosigkeit oder - wenn hinreichend Machtmittel zur Verfügung stehen - in die diktatorische Entartung, die am Ende das Gegenteil des ursprünglich gesetzten Zweckes erreicht. Aber gerne auch noch mal etwas detaillierter:

Zitat:
... ist das entscheidende Ziel die Einführung eines neuen sozio-ökonomischen Modells.
Das setzt voraus, dass es eine Instanz gibt, die so etwas in Kraft setzen kann und darüber hinaus kontrollieren kann, ob das Modell in Bezug auf die Nachhaltigkeit eingehalten wird. Das gegenwärtige Modell des Wirtschaftens ist die Marktwirtschaft. Die simple Logik ist die, dass Angebot und Nachfrage die Preisentwicklung regulieren.

Der ganze Kapitalismus, der sich darum herum aufbaut, kann nur das verwerten, was zur Verfügung steht. Über das Medium Geld steht selbiges ebenfalls als vermarktbare Ware zur Verfügung, so dass sich daraus der Finanzsektor konstituiert, der rein abstrakte Werte verwertet, um aus viel Geld noch mehr Geld zu erwirtschaften.

Man müsste also einvernehmlich den Finanzsektor kappen und nur noch reale statt virtuelle Werte handeln. Die Frage ist, ob so etwas durchsetzbar ist. Ich denke nicht, da hierbei das System, welches Wohlstand generiert, seinen zentralen Grundpfeiler verliert. Eventuell lassen sich solche Modelle auf eng begrenztem Umfeld realisieren, aber daraus folgt dann auch ein marginaler Stellenwert in der Gesamt-Ökonomie eines Staates.

Kappt man den Finanzsektor nicht, ist die Wertschöpfung potenziell unbegrenzt, da über den Generalnenner Geld alles abgerechnet und verwertet werden kann - notfalls eben auf Kredit und damit in die Zukunft extrapoliert. Die Rechnung zahlen dann eben die nachfolgenden Generationen - Hauptsache der Wohlstand ist jetzt.

Aus dieser Kapitallogik kann man nicht einfach mal so aussteigen, weil hier das komplette System internationaler Beziehungen dranhängt. Die bislang aufgelaufenen Schulden müssen eingelöst werden. Da das kurzfristig nicht geht, hangelt man sich eben durch, so lange es noch irgendwie geht. Paradebeispiel ist hier Griechenland: Das Land wird wirtschaftlich kaputtsaniert, aber die Banken werden über Kredite gerettet, damit sie ihre Zahlungsfähigkeit behalten. Die griechischen Bürger haben nichts davon. Das Euro-Finanzsystem allerdings sehr wohl. So werden die Prioritäten gesetzt, und wegen der internationalen Verflechtungen wird sich daran auf absehbare Zeit auch nichts ändern.

Zitat:
Diese sind so effektiv, dass es kaum Grund gibt anzunehmen, dass Krieg, Armut, der Großteil der Verbrechen und viele andere Auswirkungen von wirtschaftlicher Knappheit nicht im Laufe der Zeit gelöst werden könnten.
Das liest sich so, als wäre das aus dem Lehrbuch für Marxismus-Leninismus abgeschrieben worden. Nein, eine bewusste Gestaltung der Geschichte ist nicht einlösbar, da die Beziehungsgeflechte zwischen Staaten und zwischen den Menschen, die in ihnen leben, viel komplexer sind als dass man sie auf eine simple Formel "Bedürfnisse der menschlichen Bevölkerung" herunterbrechen könnte.

Ich bin z.B. auch für den Weltfrieden, aber ich verstehe auch, dass die diplomatischen Beziehungen auf nationalen Interessen beruhen, die sich manchmal konträr gegenüberstehen, so dass es zu kriegerischen Auseinandersetzungen kommt. Und das Thema Bürgerkrieg ist nochmals höchst komplex ...

Kurz: So etwas bekommt man nicht hin. Man kann das Handeln zwar daran ausrichten, aber man wird immer wieder irgendwann an diesem Vorhaben scheitern, weil sich latente Krisen zu offenen auswachsen und in Konflikte münden, die man dann auch mit Waffengewalt austragen wird - ob man das will oder nicht.

Analog trifft das auf die "Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse" zu. Hier stecken so viele politische und wirtschaftliche Sachverhalte mit Konfliktpotenzial drin, dass es müßig ist, hier etwas zur allgemeinen Zufriedenheit zu bewirken. Da vertraue ich doch lieber auf die Regulierungskräfte des Marktes sowie auf die Kompetenz der Politik, auf gesetzlichem Wege die Rahmenbedingungen zu modifizieren, innerhalb derer der Markt funktioniert. Am Ende kommt meist ein Zustand nahe dem Optimum heraus, der stets weiter optimiert werden kann ...

Zitat:
Die langfristige Perspektive, welche den Übergang in eine Ressourcen-basierte Wirtschaft darstellt, ist ein dauerhaftes Anliegen. Ebenso ist bewusst, dass Übergangsreformen und eine direkte Unterstützung der Gemeinschaft notwendig sind.
Auch das liest sich wie ein Grundkurs zur Einführung in den Marxismus-Leninismus. Dort fabulierte man von der kommunistischen Gesellschaftsformation, in der der Mensch nach seinen Bedürfnissen leben kann und diese auch befriedigt werden. Bis dahin musste man sich allerdings noch etwas gedulden in der Übergangsepoche des real existierenden Sozialismus ...

Auf mich wirken solche utopistischen Gesellschaftsentwürfe - also auf ein ideales Endziel ausgerichtet, dass es zu erreichen gilt - eher abschreckend als motivierend. So etwas habe ich schon erlebt und so etwas möchte ich in großem Stil nicht noch einmal erleben. Wer das mag, kann gern eine Landkommune gründen und dort seine Ideale ausleben.

In großem Stil ist so etwas allerdings von vornherein zum Scheitern verurteilt, weil die Menschen nun mal nicht so beschaffen sind, dass sie sich willig und freiwillig in ein gesellschaftliches Schnittmuster pressen lassen. Irgendwann entstehen Gegentrends - und sei es auch nur die Ausnutzung der Naivität der Vielen zugunsten der Gewieftheit der Wenigen, die sich in so einem System sehr wohlhabend einzurichten wissen. Und auch davon gab es im Sozialismus genügend Beispiele (Stichwort: SED-Bonzen). Auch da kann ich nur sagen: Nein, danke!

Zitat:
... solange für das grundsätzliche Ziel Bewusstsein geschaffen wird.
Ach ja, das Ideal des neuen Menschen nun also auch hier - wie unoriginell! Ich denke nicht, dass es am Bewusstsein mangelt. Die Realität macht nur den idealistischen Phantasien einen dicken Strich durch die Rechnung. Am Ende muss man alles finanzieren, also in echtem Geld bezahlen und nicht nur in virtuellem.

Aber wie ich schon schrieb: Auf lokaler Ebene kann man ja sein Bewusstsein durchaus trainieren. Wenn es Schule macht, kann sich daraus vielleicht eine "Klosterwirtschaft neuen Typs" etablieren, die einen erheblichen Teil einer Staats-Ökonomie durchzieht, aber die richtig großen Umsätze werden nach wie vor auf die übliche Weise getätigt, weil die globale Vernetzung dies nun mal so mit sich bringt.

Wir könnten uns natürlich auch ins frühe Mittelalter zurücktransformieren, wo kleine Fürstentümer für sich existierten und einen regional begrenzten Handel trieben. Geht auch, aber ist eben auch nicht durchsetzbar. Welthandel ist mit einer Ökonomie assoziiert, die nicht auf Bewusstsein ausgerichtet ist, sondern auf Gewinn - günstigenfalls für beide Seiten.

Zitat:
Sie erkennt, dass alle Staaten sich entwaffnen sowie Ressourcen und Ideen miteinander teilen müssen, wenn wir langfristig als Menschheit überleben wollen.
Na ja, und hier wird es dann vollends utopisch, denn Entwaffnung zieht Interventionen nach sich, die ihrerseits weitere Interventionen nach sich ziehen, um die ersten Interventionisten zur Raison zu bringen usw. usw. Die Menschheit ist ein Sammelbegriff für die Menge aller Menschen, aber eben nicht gleichbedeutend, dass alle Menschen in allen belangen gleich sind, so dass man sie als eine einzige große Familie auffassen kann, die alle super harmonisch miteinander auskommen.

Wenn wir langfristig als Menschheit überleben wollen, können wir das auch tun, indem wir in diesem Interesse zusammenarbeiten, aber dennoch von den Realitäten ausgehen, dass die Menschen in Staaten organisiert sind und sich zum großen Teil über Nationen in ihrem Selbstverständnis identifizieren. Und wenn diese Zusammenarbeit scheitern sollte, dann übernimmt die Natur die Regie, indem sie Weltwirtschaft und Welthandel kollabieren lässt, so dass ein Rückfall in vorindustrielle Zustände die Folge ist.

Aber auch nach dem Kollaps bleiben noch genügend Menschen übrig, um auf längere Sicht einen neuen Anlauf zu einer Zivilisation zu unternehmen. Wir müssen uns dahingehend keine Sorgen machen, denn Menschen sind nun mal soziale Wesen, die sich zu Gesellschaften zusammenfinden. Gerechtigkeit für alle ist dabei zwar ein schönes Ziel, auf das man hinarbeiten sollte, aber der Weg dahin ist zum einen einer mit vielen kleinen Schritten und zum anderen einer, den man nie bis ganz zu Ende geht ...

Zitat:
Der Weg ist rein wissenschaftlich ...
Ach ja, der M-L war in seinem Selbstverständnis auch eine wissenschaftliche Weltanschauung, die dem Gesetz der Geschichte zum Durchbruch verhelfen wollte. Auch das ist mir bereits zur Genüge bekannt. Leider schert sich die Geschichte nicht um die Gesetze, die man ihr nachsagt. Ich bin für Freiheit. Und Freiheit ist die Offenheit der Geschichte, so dass man sie als Raum zur Gestaltung begreifen kann, ohne sie dabei zu vereinnahmen und zu vergewaltigen, indem man sie dazu instrumentalisiert, utopistische Projekte als Gesellschaftsexperiment durchzudrücken. Das mündet dann stets in Unfreiheit.

Zitat:
... die Tatsache, dass die Ressourcen der Erde begrenzt sind, unbestritten.
Eben. Und aus dieser Begrenztheit der Ressourcen werden im Sinne der Kapitallogik Wege erkundet und beschritten werden, die eine Wertschöpfung auch weiterhin garantieren. Ein Scheitern ist möglich, aber dann greifen die Gesetze der Natur, wie oben geschildert. Die Versuche, Energieversorgung über erneuerbare Energiequellen zu sichern, stellen einen Ansatz dar, die kapitalistische Marktwirtschaft zu retten und damit zugleich die politische Ordnung, über die sie sich konstituiert.

Ich sehe uns noch nicht als verloren an, nur weil die Ressourcen begrenzt sind. In der Zukunft wird man immer mehr auf Recycling-Prozesse setzen, so dass sich das Problem des ständigen Wachstums auflösen wird, weil Wachstum dann nicht mehr quantitativ stattfindet, sondern qualitativ. Die Natur macht es uns vor. Wir ziehen sukzessive ökonomisch nach.

Zitat:
Es ist genauso möglich, dass es übel wird ...
Natürlich. Das Scheitern ist immer auch eine Möglichkeit, die man im Hinterkopf behalten sollte. Ich denke, dass man das in den Chefetagen der multinationalen Konzerne auch weiß.

Zitat:
Für was sollte die Zeitgeistbewegung ein moralisches Pflästerchen sein?
Für das eigene Unbehagen, das einem manchmal beschleicht, wenn man sich auf der Welt so umschaut und deren Zustand sieht.

Zitat:
... mit Utopie hat das alles absolut nichts zu tun.
Na ja, wie oben aufgezeigt, ist das Utopie pur. Wie gesagt, so etwas ist mir aus DDR-Zeiten vertraut. Das Vokabular ist zwar etwas modifiziert worden, aber in der Kernaussage läuft es auf dasselbe hinaus. Brecht sagte, dass Kommunismus das Einfache sei, was schwer zu machen sei. Der Volksmund machte dann daraus, dass Kommunismus dann sei, wenn alle von allem genug hätten. Manchmal ist es nicht verkehrt, einen Blick zurück zu werfen, um aus der jüngeren Geschichte etwas zu lernen.

Zitat:
Schade, dass ich Dir keine PN schicken darf.
Ich habe schon seit Ewigkeiten nicht mehr in mein Profil geschaut. Falls das so sein sollte, ändere ich gleich mal meine Einstellungen ...

Viele Grüße!
Mahananda ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.09.2017, 17:26   #5
Alexis
 
Dabei seit: 24.05.2010
Beiträge: 1.908
Hallo Mahananda,

Natürlich geht das alles nicht von heute auf morgen.
Voraussetzung ist erst einmal eine Entwicklung im Denken, hin zum gemeinsam und weg vom ich.
Das Schaffen von Bewusstsein für eine Sache, die allen und jedem gleichmäßig von Nutzen ist, wird wohl eine langwierige Aufgabe sein.
Ob nun Kapitalismus, Sozialismus oder Kommunismus, jegliche Form von -ismus ist inakzeptabel und früher oder später zum Scheitern verurteilt.
Es liegt immer daran, wie diejenigen, die die Macht (das Geld) besitzen, gute Ideen verwenden.

Ich für meinen Teil kann mir eine solche Gesellschaft, wie sie Zeitgeist beschreibt, durchaus vorstellen. Es ist halt eine geraume Zeit notwendig, um dafür die Voraussetzungen zu schaffen.


Zitat:
Zitat von Mahananda Beitrag anzeigen
...Für das eigene Unbehagen, das einem manchmal beschleicht, wenn man sich auf der Welt so umschaut und deren Zustand sieht....
Du hast recht, es bereitet Unbehagen.
Man kann sich jetzt hinsetzen und darüber nachdenken, oder damit anfangen etwas dagegen zu unternehmen.
Die Zeitgeistbewegung will niemandem etwas aufzwingen. Man will kommunizieren, die Menschen zum nachdenken anregen.


Bei Bedarf kann man hier ein paar Antworten erhalten:

https://zeitgeistmovement.de/wissen/haufige-fragen/

Hier noch was zum Vergleich mit Marxismus:

Zitat:
Der „Prima facie“ – Trugschluss
Der erste ist die „Prima facie“ Assoziation. Das bedeutet ganz einfach: „auf den ersten Blick“; „ohne Recherche“.[63] Das ist bei Weitem die gängigste Form der Kritik.
*
Ein Paradebeispiel ist die häufig angebrachte Annahme, dass die von TZM präsentierten Beobachtungen und Lösungen lediglich neu aufbereiteter „marxistischer Kommunismus“ seien.
*
Lasst uns auf dieses Beispiel kurz eingehen. Wenn wir uns das „kommunistische Manifest“[64] betrachten zeigen Marx und Engels bestimmte Beobachtungen hinsichtlich der Entwicklung der Gesellschaft, speziell den „Klassenkrieg“, dem Kapital innewohnende strukturelle Beziehungen, sowie die Logik einer gesellschaftlichen Ordnung, die sich durch eine „Revolution“ zu einem staatslosen, klassenlosen System wandeln würde. Zudem nennen sie eine Reihe von gesellschaftlichen Veränderungen, wie z.B. die „Zentralisierung der Kommunikations- und Transportmittel in der Hand des Staates“, „Gleiche Verpflichtung aller zur Arbeit“ und andere Einzelheiten. Marx erschafft in diesem Schema die Spieler „Bourgeoisie und das Proletariat“ welche in einem andauernden Kampf sind, wobei er Verachtung gegenüber der innewohnenden Ausnutzung zeigt, die, wie er behauptet, durch die Idee des „Privateigentums“ entstünde. Am Ende sei das letzte Ziel eine „staatslose und klassenlose Gesellschaft“.
*
Oberflächlich betrachtet scheinen die Reformationen, die von TZMs Lösungen angestrebt werden die Attribute des „Marxismus“ widerzuspiegeln, wenn man die zugrunde liegenden Begründungen komplett ignoriert. Die Idee einer „klassenlosen“ Gesellschaft, „ohne ‚zeitlich unbegrenztes‘ Eigentum“ und die komplette Neudefinierung was den „Staat“ ausmacht, scheint oberflächlich eine Gemeinsamkeit zu zeigen. Insbesondere weil die westliche akademische Welt für gewöhnlich eine Dualität zwischen „Kommunismus“ und „Kapitalismus“ mit den vorher genannten Punkten als Hauptunterscheidungsmerkmale propagiert. Der Gedankengang jedoch, der diese scheinbar ähnliche Schlussfolgerung unterstützt, ist völlig anders.
*
TZMs befürworteter Bezugspunkt für die Entscheidungsfindung ist keine moralische Philosophie[65]. Wenn man die marxistische Philosophie bis an die Wurzel untersucht, basiert diese jedoch genau darauf.
*
TZM ist nicht interessiert an einer poetischen, subjektiven und willkürlichen Idee einer „fairen Gesellschaft“, „garantierter Freiheit“ oder „dem Schaffen einer besseren Welt“ einfach weil es sich „richtig“, „menschlich“ oder „gut“ anhört. Ohne technische Rahmenbedingungen, die einen direkten physischen Bezug haben, birgt solch ein Moral-Relativismus auf lange Sicht keinerlei Zweck.
*
TZM ist eher an wissenschaftlicher Anwendung interessiert, die für gesellschaftliche Nachhaltigkeit – sowohl physisch als auch kulturell – angewandt werden.[66]
*
Wie im späteren Verlauf genauer ausgeführt wird, ist die Anwendung der Methode der Wissenschaft nicht auf die „physische Welt“[67] beschränkt und demnach liegen das Gesellschaftssystem, Infrastruktur, relevante Bildung und sogar das Verständnis menschlichen Erhaltens selbst innerhalb der wissenschaftlichen Kausalität. Gleichermaßen gibt es ein in die physische Welt eingebautes natürliches Feedback System, welches sich selbst ausdrückt und mit der Zeit zeigt, was „funktioniert” und was nicht,[68] wodurch unsere bewusste Anpassung geleitet wird.
*
Marxismus basiert in keinster Weise auf dieser „berechneten“ Weltansicht, auch wenn darin einige wissenschaftlich basierte Eigenschaften innewohnen. Beispielsweise war die marxistische Ansicht einer „klassenlosen Gesellschaft“ dazu gedacht, die aus dem Kapitalismus resultierende „Unmenschlichkeit“ für die arbeitende Klasse (oder das „Proletariat“) zu überwinden.
*
TZMs unterstützter Gedankengang andererseits zitiert Fortschritte von in den Humanwissenschaften. Es sieht beispielsweise, als Ergebnis unserer natürlichen evolutionären Psychologie[69], dass soziale Stratifikation des kapitalistischen/Markt-Modell tatsächlich eine indirekte Form der Gewalt ist. Es erzeugt eine unnötige Form menschlichen Leidens auf vielen Ebenen, die destabilisierend und durch die daraus resultierenden Folgen technisch unnachhaltig sind.
*
Ein weiteres Beispiel ist, dass TZMs Interesse darin besteht dem „zeitlich unbegrenzten“ Eigentum[70] zu entwachsen und ein System des „geteilten Zugangs“ einzuführen. Das wird oft mit der marxistischen Idee der „Abschaffung von Privateigentum“ gleichgesetzt. Jedoch kann man allgemein sagen, dass die marxistische Logik sich auf das Bestehen des Privateigentums zur Fortführung der „Bourgeoisie“* und deren andauernde Ausbeutung des „Proletariats“ bezieht. In seinem Manifest heißt es: „Das entscheidende Merkmal des Kommunismus ist nicht die Abschaffung von Eigentum allgemein, sondern die Abschaffung des Eigentums der Bourgeoisie“.
*
TZMs angeführte Logik jedoch bezieht sich auf die Tatsache, dass zeitlich unbegrenztes individuelles Eigentum von Gütern als gängige Methode ineffizient hinsichtlich der Umwelt, verschwenderisch und letztendlich unnachhaltig ist. Das wiederum unterstützt ein systematisch einschränkendes Verhalten und ein unnötiges Maß an Armut. Deshalb ist in Gesellschaften mit einer unausgewogenen Verteilung von Ressourcen Kriminalität häufiger vorzufinden.
*
Solche „Prima facie“ Assoziationen kommen sehr häufig vor und man könnte hier Weitere anführen. Aber es würde zu weit führen in diesem Kapitel alle vermeintlichen Verbindungen zwischen Marxismus und TZMs vertretenen Gedankengang zu diskutieren.[71]

Quelle:

https://zeitgeistmovement.de/

Geändert von Alexis (21.09.2017 um 18:03 Uhr)
Alexis ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 21.09.2017, 20:15   #6
Mahananda
 
Dabei seit: 30.06.2009
Beiträge: 284
Hallo Alexis,

dass der Anspruch der Zeitgeistbewegung, wissenschaftlich zu sein, durchaus kritikwürdig ist, kann man hier nachlesen.

Viele Grüße!
Mahananda ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 22.09.2017, 10:30   #7
Alexis
 
Dabei seit: 24.05.2010
Beiträge: 1.908
Vielen Dank für den Hinweis.
Kritik ist gut, vor allem wenn sie konstruktiv ist und die Argumente stichhaltig sind.

Alexis ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Themen-Optionen


Ähnliche Themen
Thema Autor Forum Antworten Letzter Beitrag
Außerirdische existieren wirklich Rulinga Außerirdische & Astrobiologie 109 01.02.2012 19:59
Armin Risi: Gibt es eine Weltverschwörung? Sanskrit Phänomene, Mythen & Sagen 103 08.01.2012 23:17



2017 © außerirdische.de - alle Rechte vorbehalten