LHC - Teilchenbeschleuniger / Urknall-Maschine

Aus der aktuellen Forschung und über die Technik von übermorgen.
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masterchief
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LHC - Teilchenbeschleuniger / Urknall-Maschine

Beitrag von masterchief »

Von den Experimenten erhoffen sich die CERN-Wissenschaftler Aufschluss über fundamentale Fragen wie die Entstehung des Universums und die Struktur der Materie. Dazu wollen sie im Zuge der LHC-Experimente Bedingungen wie unmittelbar nach dem Urknall vor 13,7 Milliarden Jahren erzeugen. Der Probebetrieb des LHC soll mehrere Wochen dauern.

Back to the roots - 13,7 Milliarden Jahre!

Was sagt ihr eigentlich dazu?

Mfg chief
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Stigmata
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Beitrag von Stigmata »

Ich persönliiche finde das eigentlich relativ schwachsinnig. Was erhofft man sich dadurch? Was haben die denn vor?

Oder besser gefragt: Was ändert sich, wenn die Wissenschaftler wissen, wie das Universum nach dem Urknall entstand?

Motte
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Beitrag von Motte »

Stigmata hat geschrieben:Oder besser gefragt: Was ändert sich, wenn die Wissenschaftler wissen, wie das Universum nach dem Urknall entstand?


Das ist Grundlagenforschung. Es bringt vielleicht im ersten Moment nichts zu wissen was genau nach dem Urknall war aber die Simulation des Urknalls lässt womöglich Forschungen auf verschiedene andere wissenschaftliche Themen zu, wie Gravitationseffekte, physikalische Konstanten, Materie- / Antimaterie-Experimente, usw., was uns über kurz oder lang vielleicht zu bisher unbekannten Technologien führen könnte.

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Zyklon
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Beitrag von Zyklon »

Ursprünglich habe ich das LHC wegen der hohen Kosten sehr skeptisch gesehen. Vier Milliarden Euro für die Bestätigung einer Theorie um rätselhafte Teilchen sind eben schon enorm. Doch angesichts der Tatsache, dass inzwischen Hunderte Milliarden für ein marodes Bankensystem verpulvert werden, erscheinen mir die Kosten für das LHC doch geradezu billig.

Bin gespannt auf Ergebnisse, auch wenn diese eventuell noch Jahre auf sich warten lassen.

Pathfinder
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Beitrag von Pathfinder »

Zyklon hat geschrieben:Vier Milliarden Euro für die Bestätigung einer Theorie um rätselhafte Teilchen sind eben schon enorm. Doch angesichts der Tatsache, dass inzwischen Hunderte Milliarden für ein marodes Bankensystem verpulvert werden, erscheinen mir die Kosten für das LHC doch geradezu billig.


Genaus so ist es...

Ich bin auch fasziniert von den räumlichen Ausmaßen und nominellen Daten des LHCs. Von der wissenschaftlichen Erkenntnisseite erwarte ich mir allerdings wenig. Wahrscheinlich lernen wir mehr im Umgang mit einer solchen Ausnahme-Maschine als durch deren Forschungszwecke. Das ganze ist zu theoretisch und die Maschine zu komplex. Ich gehe davon aus, dass der Teilchenbeschleuniger nicht die gewünschten Erkenntnisse bringt.

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masterchief
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Beitrag von masterchief »

Und jetzt noch sollen die Reperaturen noch länger dauern. Viel länger als geplant, nur wegen eines kleinen technischen Problems, das sie von Anfang an nicht gesehen haben sollen? Möchte gar nicht wissen wieviel Geld schon da reingesteckt wurde, für was, was am Ende doch nicht funktioniert. Oder etwas rauskommt, was dann sowieso wieder keiner verstehn wird. Dann, nach dem Experiment neue Thesen aufgestellt werden, weil in der Milliardstel Sekunde, etwas passieren wird, das am Ende wieder keiner verstehen wird.

Und, "die da oben" uns wahrscheinlich wieder auslachen werden, weil wirs einfach nicht auf die Reihe bekommen, das ganze zu verstehen.

robzog
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Beitrag von robzog »

Anstatt immer nur drüber zu philosophieren wie und warum das Weltall entstand, fangen die wenigstens an, mal wissenschaftlich der Sache auf den Grund zu gehen.

Selbst wenn nur minimale Ergebnisse bei rauskommen... wer weiß, vielleicht lenken diese Ergebnisse ja in die richtige Richtung.

Gruß
Rob

Quinix
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Beitrag von Quinix »

ich finde die sache zwar aúch sehr interessant, frage mich aber nach dem realen nutzen für die menscheit...hypothetisches wissen wird so eventuell untermauert und theorien nur noch teuer bestätigt sodas einige wissenschaftler postum sagen können das sie recht hatten.

ich finde es bedenklich, da auch zahlreiche renomierte wissenschaftler bedenken haben, dass da etwas passieren könnte bzw. ausgelöst werden könnte was eventuell katastrophale folgen haben könnte. stellt euch vor das damit zB. das magnetfeld der erde in mitleidenschaft gezogen würde oder ein polsprung eintritt. hieß es nicht auch das schlimmstenfalls eine schwarzes loch oder antimaterie erzeugt werden könnte...

robzog
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Beitrag von robzog »

Ich hab gelesen, das es letztendlich nur ein einziger wissenschaftler war, der seine bedenken äusserte und wie sich rausstellte, war der gute mann nur hobby physiker, und hatte sich sein "wissen" aus irgendwelchen sci-fi büchern zusammengereimt

schlussendlich weiss ja jeder, das man für großen schaden, die dementsprechende energie braucht, beim teilchen beschleiniger wird aber effektiv genausoviel energie "auf die reise geschickt", die man bräuchte um ne tasse kaffee zu kochen...

gruß rob

Pathfinder
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Wiederinbetriebnahme des Teilchenbeschleunigers LHC

Beitrag von Pathfinder »

Wiederinbetriebnahme des Teilchenbeschleunigers LHC verzögert sich weiter

Die Europäische Organisation für Kernforschung (CERN) hat einen neuen Zeitplan für die Wiederinbetriebnahme des Teilchenbeschleunigers LHC (Large Hadron Collider) verabschiedet. Danach wird der nächste Protonenstrahl frühestens Ende September in die rund 27 Kilometer langen Strahlröhren eingeleitet. Erste Kollisionen zweier gegenläufiger Protonenstrahlen sollen den Angaben zufolge im Oktober beobachtet werden. Zuletzt hieß es noch, der Large Hadron Collider, der im September vergangenen Jahres wegen eines Schadens am Kühlsystem nach nur zehn Betriebstagen abgeschaltet werden musste, könne bereits im Sommer wieder den Betrieb aufnehmen.

Die Teilchenbeschleuniger-Experten hätten sich bei einem Workshop im französischen Chamonix in der vergangenen Woche auf den neuen Zeitplan verständigt, teilte das CERN (Conseil Européen pour la Recherche Nucléaire) mit. Die erneute Verzögerung um mehrere Wochen wird unter anderem damit begründet, dass man ein verbessertes Schutzsystem für die Stromschienen installieren wolle, die die supraleitenden Magneten verbinden. Beim Vorfall im September hatte eine durchgeschmorte elektrische Schaltverbindung zwischen zwei Magneten einen Defekt im Heliumsystem verursacht, das die Magnete auf 1,9 Kelvin herunterkühlt. Als Folge trat etwa eine Tonne Helium in den unterirdischen Tunnel aus.

Zu den neuen Schutzvorkehrungen gehört auch der Einbau zusätzlicher Ablassventile, die in zwei Phasen installiert werden sollen. "Der Zeitplan, den wir jetzt haben, ist sowohl für den LHC als auch für die Wissenschaftler die beste Lösung", erklärte der Generaldirektor des CERN, Rolf Heuer. Der Large Hadron Collider soll dabei helfen, das sogenannte Standardmodell der Teilchenphysik, das den innersten Aufbau der Materie beschreibt, zu bestätigen oder zu erweitern. Das Modell ist unvollständig, weil es von einem masseerzeugenden Mechanismus ausgeht, der in Versuchen noch nicht abgesichert werden konnte. Deshalb ist eines der Hauptziele des LHC, die Existenz dieses sogenannten Higgs-Feldes zu beweisen – oder aber einen alternativen Mechanismus aufzudecken.

(Quelle: pmz/c't)

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Zyklon
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Teilchenbeschleuniger LHC darf länger laufen

Beitrag von Zyklon »

Genf - Einen Monat dauert es, bis der Teilchenbeschleuniger LHC auf seine sehr kalte Betriebstemperatur gebracht wird. Und einen weiteren, bis er wieder auf Zimmertemperatur aufgetaut ist. Aus diesem Grund hat die Cern-Leitung beschlossen, die gerade begonnene Versuchsreihe, die in den nächsten Wochen 7 TeV erreichen soll, von bisher Cern-üblichen acht Monaten auf bis zu 24 Monate auszudehnen - um das "Entdeckungspotenzial" zu vergrößern, wie es in einer Cern-Aussendung vom Mittwoch heißt.

(tasch//DER STANDARD, Printausgabe, 10./11. 3. 2010)

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